• Julia Selbach

Schülerinnen und Schüler der MSS 12 betrachteten einen ganzen Tag die Welt durch Shakespeares Augen


Am diesjährigen Aktionstag des Erich-Klausener-Gymnasiums Adenau stand für 31 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 12 eine ganz besondere Herausforderung an: eine Zeitreise zu unternehmen in die frühe Neuzeit (Ende des 15. bis Mitte des 17. Jahrhunderts) und dort mit Haut und Haar – oder in diesem Fall vielmehr mit Sprache und Geist – in das damalige Leben in England einzutauchen.

An diesem Tag setzten die beiden Englisch Leistungskurse der betreffenden Kurse sich nämlich gemeinsam mit den FachlehrerInnen Herrn Frenzel, Frau Wehren und Frau Selbach sowie der erfahrenen Mainzer Theaterpädagogin Sibylle Brandl auf praktische Weise und mithilfe theaterpädagogischer Methodik mit dem Werk und Wirken William Shakespeares auseinander.

Besonderes Augenmerk wurde bei der Gestaltung des Tages darauf gelegt, Shakespeare und die Kraft seiner Sprache u.a. durch gemeinsame, beispielhafte Erarbeitung kurzer Szenen schüler- und handlungsorientiert erlebbar und seine Werke entsprechend als Theaterstücke erfahrbar zu machen. Der inhaltliche Fokus lag auf dem im Unterricht zurzeit behandelten Stück Macbeth.

Hinsichtlich der Strukturierung des Tages wurde am Vormittag eine intensive Erarbeitungs- und Präsentationsphase durchgeführt. Hier versorgten sich die Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen zunächst gegenseitig mit grundlegenden Informationen zum im Mittelpunkt stehenden Autor und gingen dabei auf so interessante Aspekte wie z.B. das Globe Theater, das Leben Shakespeares, das Weltbild zur Zeit der Tudors und grundlegende Unterschiede zwischen den Gattungen Tragödie und Komödie ein.

Aufbauend darauf fand am Nachmittag ein vertiefender und handlungsorientierter Theater-Workshop statt. Im Anschluss an ein gut einstündiges Theater Warm-up, bei dem sich einige zunächst einmal „freispielen“ mussten, ging es an die Erarbeitung dreier Szenen von Macbeth. Je nach persönlichem „Geschmack“ konnten die Schülerinnen und Schüler hier in die Rolle der Hexen schlüpfen und so mystische Atmosphäre erschaffen, sich in Macbeth und Lady Macbeth hineinversetzen und ihren Machthunger, ihre Gier, am eigenen Leib spüren oder durch Verkörperung des Pförtners ein Gefühl für komödiantische Elemente innerhalb einer Tragödie erhalten. Gleich welche Entscheidung die Nachwuchsschauspieler auch trafen, so wurde bei der anschließenden Präsentation und Besprechung eines sehr deutlich: die Zeitlosigkeit, Vielseitigkeit und Komplexität der Shakespeare’schen Textvorlagen.

Abschließend gilt ein besonderer Dank dem Landesverband Theater in Schulen Rheinland-Pfalz (LV.TS), durch dessen Bezuschussung im Rahmen des Förderprogramms „Künstler in die Schulen“ der etwas andere Schultag überhaupt erst ermöglicht werden konnte, sowie dem Engagement der Workshopleiterin Sibylle Brandl, die auch eine lange Anreise nicht scheute, um jungen Menschen die Welt des Theaters näher zu bringen.

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