• Stefan Otto

Geschichte in der MSS (Oberstufe)


Für das Erwachsenwerden muss man schon die Mainzer Studienstufe durchhalten, denn schließlich ist erst das Abitur das Reifezeugnis.


Und besonders reif klang das Bisherige ja alles noch nicht, eher unausgegoren, allenfalls hat man jetzt eine kleine Idee vom Fach Geschichte, einen kleinen Schimmer. Und dem wird nun zum Durchblick verholfen indem - Hilfe! schreien die einen - in der MSS 11 alles beinahe von vorne beginnt. Es geht zurück in die Antike, wieder durchs Mittelalter in die Französische Revolution dann durch beide Weltkriege in den Kalten Krieg und wieder landet man in der Bundesrepublik im vereinten Europa. - Aber warum das denn? - Eben. Darum geht es nun in den letzten zweieinhalb Jahren der Schulzeit.


Französische Revolution 1848

Dabei haben sich die Zeiten geändert, in denen die Jahrhunderte zwischen Kaiser Augustus - das ist der mit der Volkszählung, aus der Weihnachtsgeschichte - und Karl dem Großen - war das nicht der mit den Aachener Printen? - in zwei Stunden abgehandelt wurde. Die Wurzeln unserer Kultur liegen ja unter anderem in dieser Übergangszeit aus Antike und Mittelalter, in diesem Schmelztiegel aus römischem Staatsverständnis, germanischer Gefolgschaftstreue unter Kriegern und christlicher Moralvorstellung von der Gleichheit aller Menschen vor Gott. Geschichte gewinnt nun eine neue Dimension: Es geht nicht mehr primär um das Verständnis der Vergangenheit, sondern um die Frage nach der heutigen Gesellschaft: Woher kommen wir? - Und deshalb sind wir so? Und soll das überhaupt so sein? - Wohin gehen wir? „Einigkeit und Recht und Freiheit“ - offenbar ja schon im neunzehnten Jahrhundert ersehnt und deshalb gedichtet und nach dem ersten Weltkrieg auch erreicht - wie konnten diese Werte im Nationalsozialismus derart verraten und pervertiert werden? Die Kultur des Nicht-Vergessens soll uns den Wert unserer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft bewusst machen und uns deshalb motivieren aktiv für sie einzutreten, damit wir getrost in die Zukunft blicken können.

An unserer Schule erinnert deshalb der Erich-Klausener-Lauf an unseren Namensgeber: Erich Klausener steht für den mutigen Menschen, der seine Ideale der Menschlichkeit auch gegen die Diktatur verteidigt hat und den Hitler deshalb ermorden ließ. Unser Wohltätigkeitsmarsch findet in Klauseners Geist der Menschlichkeit und Solidarität mit Bedürftigen statt.


Gedenktafel an Erich Klausener in Berlin

Um das politische Bewusstsein zu schärfen, findet die Klassenfahrt in der zehnten Klasse traditionell nach Berlin statt, wo auch der Bundestag besucht wird.


Denkmal für die ermordeten Juden Europas

Die Studienfahrt in der MSS 12 soll dann den Blick über den Tellerrand ermöglichen.

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